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Zeit für Digitalisierung

In einer Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die Anfang 2020 veröffentlicht wurde, gaben mehr als die Hälfte der Befragten  an, dass sowohl der hohe finanzielle als auch zeitliche Aufwand Grund für den starken  Rückstand des Bauwesens in Sachen Digitalisierung sei. Doch warum zögern noch immer so viele Bauunternehmen, diesen Aufwand zu betreiben, wenn ihnen damit eventuell ein langfristiger Erfolg entgeht? Sind zu wenig Geld und zu wenig Zeit wirklich das Problem oder steckt vielleicht mehr dahinter? Veränderung ist oft mit Lust oder Frust verbunden. Meist greift sie auch tief in die gelebte Struktur und Kultur eines Unternehmens. Deshalb sollte Digitalisierung kein Selbstzweck sein, sondern ein strategischer Prozess, der alle Mitarbeiter:innen gleichermaßen einbezieht und bereichert.

In diesem Artikel verraten wir Ihnen, warum sich eine Digitalisierungsstrategie für Ihr Bauunternehmen lohnt, und was Sie bei der Implementierung beachten sollten.

 

Wann lohnt sich Digitalisierung für mein Bauunternehmen?

 

Stellen Sie sich drei Szenarien vor. Ein Mitarbeiter auf der Baustelle braucht dringend eine Information aus dem Büro, kann diese aber nicht sofort erhalten, weil er erst einmal dorthin fahren muss. Mitarbeiter:innen sitzen im Büro vor einer Magnettafel und planen seit Stunden handschriftlich und mit verwischbarer Tinte den Einsatz von Baumaschinen. Nebenan sitzt der Buchhalter vor einem Stapel Papiere, auf denen er Kostenstellen manuell mit Bleistift verrechnet. Sie brauchen sich diese Szenarien nicht vorstellen, weil sie bei Ihnen gang und gäbe sind? Dann sollten bei Ihnen alle Alarmglocken läuten.

Sobald Sie beim Verrichten Ihrer Arbeit viel Zeit aufwenden müssen, die Dispo das Handtuch wirft und das Team den Überblick verliert, sollten Sie handeln. Digitale Lösungen können nicht nur das Leben Ihrer Mitarbeiter:innen erleichtern und Ihnen Arbeit abnehmen, sondern vor allem Ihr Bauunternehmen vor dem Untergang in der fehlerbehafteten Zettelwirtschaft retten. Wenn Sie nicht jetzt zu digitalen Mitteln greifen, ist der Zug Richtung Zukunft irgendwann abgefahren. Doch bei aller Erkenntnis ist Vorsicht geboten. Stürzen Sie sich jetzt bloß nicht kopflos in einen ziellosen Aktionismus, der nur für noch mehr Verwirrung und Mehrarbeit sorgt. Gehen Sie bedacht an eine Digitalisierungsstrategie heran, indem Sie sich zu  Beginn vor allem folgende Fragen stellen:

  1. Welche analogen Prozesse könnten digital besser funktionieren?

  2. Wo könnten wir Zeit sparen?

  3. Wo könnten wir Kosten senken?

  4. Gibt es am Markt bereits digitale Lösungen, auf die wir bauen können?

 

Die Liste solcher Fragen lässt sich endlos fortführen. Wichtig ist, dass Sie beim Beantworten dieser Fragen nie Ihre Unternehmensziele und das Wohl Ihrer Mitarbeiter:innen aus den Augen verlieren. 


Wenn Sie Unterstützung bei Ihrer Bestands- und Potenzialanalyse brauchen, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Wir haben mit FlexcavoOS eine Software entwickelt, mit der Sie sowohl eine digitale Bau- und Kostendokumentation führen als auch Ihren gesamten Fuhrpark und sogar Ihre Baustellen bequem vom Bildschirm aus verwalten können. Erfahren Sie hier mehr über unsere intelligente Softwarelösung für ein digitales Flottenmanagement oder lassen Sie sich hier von einen unserer freundlichen Mitarbeiter:innen beraten. Wir helfen Ihnen weiter!

 

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Was bringt mir die Digitalisierung?


Über Jahrzehnte hinweg haben sich analoge Methoden und Techniken als erfolgreich für die Branche bewährt, sodass viele Bauunternehmen auf diesem Erfolg ruhen und Veränderung eher mit Skepsis betrachten. “Wenn Dinge gut laufen, warum sollte man etwas ändern?” - eine logische Schlussfolgerung mit fatalen Folgen. Denn gut ist nicht gleich optimal. 

 

Bauunternehmen haben oftmals ein Mengenproblem: zu viele Aufträge und zu wenig Mitarbeiter:innen, verbunden mit mangelnden IT-Kenntnissen. Viele von ihnen arbeiten schlichtweg ihre Auftragsbücher ab und ziehen kurzfristige Projekte vor, statt sich Zeit für eine strategische Planung zu nehmen. Ihnen ist nicht bewusst, dass sie ihre Maschinen ineffizient nutzen und dass sie ihre Produktivität auf anderem Wege steigern könnten. Sie hängen mit starrem Blick an gewohnten Arbeitsweisen fest, zweifeln die Digitalisierung an und merken dabei nicht, dass ihnen die Zeit davonläuft. Langfristig werden diese Unternehmen vor hohen Kosten stehen. Doch die Corona-Krise sollte auch die Skeptiker in der letzten Reihe wachgerüttelt haben. 95 Prozent der Bauunternehmen, die ihre Geschäftsprozesse bereits vor der Pandemie digitalisiert haben, erwirtschaften höhere Umsätze, zeichnen eine steigende Produktivität und kommen im Vergleich zu ihren Mitstreitern gut durch die Krise. Erfahren Sie hier mehr über die digitalen Trends der Baubranche im Pandemiejahr 2021 und inwiefern sie Bauunternehmen zu mehr Effizienz verhelfen.

 

Die Digitalisierung betrifft alle Bereiche des Bauunternehmens, von digitalen Ausschreibungsunterlagen über eine digitale Auftragsabwicklung bis hin zur mobilen Datenerfassung, wie z.B. Arbeitszeiten oder Geräteleistungen. Dass Daten dabei zentral erfasst werden sollten, spielt eine wesentliche Rolle, um sowohl Flexibilität als auch Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten. Doch bei der Einführung und Umsetzung von Digitalisierungspraktiken treten wie bei allen strategischen Umbrüchen erstmal Hindernisse auf. Diese betreffen meist den Kern des Unternehmens: die Mitarbeiter:innen. Entscheider müssen oft Überzeugungsarbeit leisten, denn Skepsis gegenüber Neuem ist nur die eine Seite geringer Akzeptanz. Die andere beruht auf mangelndem Wissen bezüglich Digitalisierung und Technik. Ältere Mitarbeiter:innen, die schon lange im Unternehmen sind, fürchten um ihr Hoheitswissen. Die Digitalisierung ist für sie viel mehr mit Risiken verbunden als mit Chancen.

 

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Welche Hindernisse gibt es bei der Digitalisierung und wie kann ich sie überwinden?

Es ist kein Geheimnis, dass in den meisten Bauunternehmen deutlich mehr ältere Leute beschäftigt sind als jüngere. Ältere Mitarbeiter:innen sind allerdings manuelle und analoge Prozesse gewöhnt. Sie empfinden eine Umstellung als umständlich und aufwendig. Oft hängt eine mangelnde IT-Affinität und die Angst, austauschbar zu sein, mit dieser Einstellung zusammen. Die größte Hürde bei der Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie in Ihrem Unternehmen befindet sich also nicht vor Ihren Augen, sondern in den Köpfen der Beteiligten.

Damit Sie diese Hürde überwinden können, stellen wir Ihnen im Folgenden drei Methoden vor. 

 

1. Schaffen Sie ein Digital Mindset

Auf gut deutsch bedeutet dies soviel wie: “Schaffen Sie ein Bewusstsein für Digitalisierung”. Machen Sie Ihren Mitarbeiter:innen bewusst, dass Digitalisierung nicht bloß eine zunehmende Anschaffung von massenweise Hardware, Implementierung von komplexer Softwarelösungen und den glorreichen Aufstieg der IT-Abteilung bedeutet. Digitalisierung ist gewiss mit Kosten und Aufwand verbunden, aber sie ist in erster Linie ein Managementthema, um zukunftsfähig zu sein.

 

Um Ihre Mitarbeiter:innen für das Thema zu sensibilisieren, lohnt es sich, insbesondere den positiven Nutzen von neuer Hard- und Software hervorzuheben. Erklären Sie beispielsweise, dass niemand mehr bei Wind und Wetter von der Baustelle ins Büro fahren muss, um auf der Suche nach dem Heiligen Gral des Bauprojekts in meterhohen Papiertürmen zu wühlen. Außerdem muss auf der Baustelle niemand mehr einen Stundenzettel mit dreckigen Fingern und Tinte oder Bleistift ausfüllen, der dann am Ende des Tages vom Wind fortgetragen wird. Unangenehme Telefonate, lange Wartezeiten und die unübersichtlichen Planungen auf Magnettafeln in engen Räumen gehören dann auch  der Vergangenheit an.

 

Haben Sie Ihre Mitarbeiter:innen überzeugt und veränderungswillig gestimmt, kann es mit der eigentlichen Umsetzungen Ihrer Digitalisierungsstrategie losgehen. Bei kleineren Unternehmen geht dieser Prozess meist schneller als bei größeren, da Entscheidungen in den meisten Fällen gemeinsam getroffen werden. Allgemein ist die Größe des Unternehmens jedoch weniger bedeutend für den Erfolg einer Digitalisierungsstrategie als die Art und Weise, wie Sie diese im Team kommunizieren.

 

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2. Führen Sie ein Change und Innovations Management ein

Analysieren Sie Ihre Ist-Situation und definieren Sie, wo Sie mit Ihrer Digitalisierungsstrategie hinwollen. Stellen Sie einen detaillierten Fahrplan inklusive wichtiger Zeiten und Verantwortlichkeiten auf und bringen Sie diesen transparent an Ihr Team. Je nachvollziehbarer Ihre Beweggründe, Ihre Planung und der daraus resultierende Nutzen für das Team und das Unternehmen ist, desto mehr Mitarbeiter:innen werden Sie begeistern können. Vergessen Sie nicht, eine umfassende Schulung für Ihre Mitarbeiter:innen einzuplanen, damit niemand auf der Strecke liegen bleibt. Digitalisierung ist ein dauerhafter, strategischer Prozess, an dem das ganze Team aktiv mitwirken muss. Die Bereitschaft zur Veränderung sowie ein kontinuierlicher Austausch zwischen Management- und Mitarbeiterebene darf dabei an keiner Stelle zu kurz kommen.

 

Damit Sie und Ihr Team nicht alleine stehen, bieten viele Unternehmen und Verbände in der Baubranche Webinare, Seminare und Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung an. Wir empfehlen Ihnen, diese zu besuchen und sich auch mit anderen Bauunternehmen über Ihre Erfahrungen auszutauschen. Wir von Flexcavo beraten Sie ebenfalls gerne weiter, falls Sie Unterstützung bei der Implementierung oder Umsetzung Ihrer Digitalisierungsstrategie brauchen. Kontaktieren Sie uns hier.

 

3. Sorgen Sie für ein nachhaltiges Wissensmanagement 

Jede Branche ist vom demografischen Wandel betroffen. Damit verbunden ist oft ein “War of talents”, ein Kampf um qualifizierte Mitarbeiter:innen. Auch wenn heutzutage die Möglichkeit besteht, auf Technik auszuweichen, um den Fachkräftemangel zu kompensieren, bleiben zwischenmenschliche Beziehungen und Werte ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Die Digitalisierung geht unausweichlich mit einem Generationswechsel und einem Kulturwandel einher. Mit ihr ändern sich Arbeitsabläufe, Kommunikationswege und Verantwortlichkeiten. Junge, potenzielle Arbeitnehmer:innen sind meist sehr technikaffin und suchen explizit nach Unternehmen, die ihnen einen gewissen technischen Standard bieten. Im digitalen Zeitalter, in der die Generation der Digital natives vermehrt den Arbeitsmarkt betritt, findet in den meisten Unternehmen ein Wissenstransfer statt. Junge und alte Kollegen lernen gegenseitig voneinander, denn die einen bringen das erforderliche technische Know-how mit, die anderen langjährige Berufserfahrung und Kompetenzen. Wenn Sie Ihre älteren Mitarbeiter:innen davon überzeugen, dass ihr Wissen nicht verloren geht oder ersetzt wird, sondern für einen bedeutenden Zweck an die nächste Generation weitergegeben wird, legen Sie einen wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie.  

 

Fazit

Die Digitalisierung bringt für Bauunternehmen viele Vorteile mit sich, insbesondere eine steigende Produktivität und Effizienz, mehr Flexibilität und Transparenz sowie langfristige Wettbewerbschancen und Zukunftsfähigkeit. Allerdings müssen viele Bauunternehmen zuerst Hindernisse aus dem Weg räumen, ehe ihre Digitalisierungsstrategie Früchte trägt. Dazu gehört allen voran das mangelnde digitale Know-how im eigenen Team.

Mit der Initiative “Planen-bauen-4.0” und dem Ausbau eines bundesweiten, leistungsfähigen Breitbandnetzes möchte die Bundesregierung die Digitalisierung der Baubranche vorantreiben. Auch immer mehr ConTech-Start-ups entwickeln dafür innovative Lösungen. Langfristig ist es nötig, die Möglichkeiten einer Wechselbeziehung zwischen Forschung, Industrie und Politik in die Praxis umzusetzen. Bauunternehmen, die sich dem Wandel entziehen oder zögern, werden mittelfristig den Anschluss verpassen. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Bauunternehmen mit unseren digitalen Lösungen den Einstieg in die Digitalisierung zu erleichtern. In unserem nächsten Artikel erfahren Sie mehr über die Vorteile eines digitalen Flottenmanagementsystems, die Funktionen von FlexcavoOS und wie genau wir Ihnen entlang des gesamten Baumaschinenlebenszyklus zur Seite können. 

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